Sprachlaute
„Was sind Sprachlaute? Eine mögliche Definition ist: Sprachlaute sind zu Geräuschen oder Klängen geformte Ausatemluft. Die Geräusche entstehen dadurch, daß die ausströmende Luft sich an Engebildungen im Mundraum reibt (f, s, sch, [i]ch, [a]ch) oder durch Verschlüsse kurzfristig ganz aufgehalten wird (p, b, t, d, k, g), um anschließend zu „explodieren“.
Die Klanganteile versetzen die Ausatemluft durch die vibrierenden Stimmlippen in Schwingungen. Durch verschiedene Formungen des Mundraumes resultieren unterschiedliche Klangcharaktere, so durch Verschluß des Mundes die Nasale (m, n, ng) oder durch differenzierte Formung des geöffneten Mundes l und die Vokale.
Sprachlaute werden also durch Atmung und Stimme gebildet, sie sind Atem- und Stimmfunktionen. (…)
(…) Die Erarbeitung der Sprachlaute fordert und aktiviert den gesamten Organismus. Er ist unser Instrument, wenn wir uns stimmlich und sprachlich äußern wollen. Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen haben also einen Weg aufgezeigt, wie wir unser Instrument bauen und stimmen können, um dann nach Herzenslust darauf spielen zu können, ohne den Organismus zu überfordern, sondern im Gegenteil ihn dadurch zu regenerieren.“
(vgl. Noodt, zitiert nach Lang & Saatweber, 2020, S.400)
Quelle:
Lang, A., & Saatweber, M. (Hrsg., 2020). Stimme und Atmung. Kernbegriffe und Methoden des Konzeptes Schlaffhorst-Andersen und ihre anatomisch-physiologische Erklärung (3., komplett überarbeitete, aktualisierte und ergänzte Auflage). Schulz-Kirchner.