Regeneration durch Dreiteiligkeit

„Der physiologische Atemrhythmus als zentraler Orientierungspunkt bei aller Stimm- und Bewegungsarbeit weist die Richtung zum Verständnis der übrigen physiologischen Funktionen.

Von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen wurde erstmals die Dreiteiligkeit des Atemrhythmus erfahren und sodann als allgemeine Gesetzmäßigkeit von ihnen erkannt und gelehrt.

(…) Der Bewegungsverlauf des Zwerchfells mit seiner Zusammenziehung, Streckung und Lockerheit wird zum Modell für das Verständnis der gesamten Grob- und Feinmotorik.

Dreiteiligkeit bezogen auf den Atemrhythmus heißt: Ein – Aus- Pause.“

( Vgl. Rauschnabel, zitiert in Lang & Saatweber, 2020)

„Regeneration bedeutet die Wiederherstellung und zusätzlich optimale Nutzung aller individuellen Ressourcen durch Förderung individueller Handlungspotenziale. Von daher wendet sich das Konzept nicht nur an „Kranke“, sondern auch an „Gesunde“ zwecks Entwicklung schöpferischer und künstlerischer Kräfte (Kreativität).

(…)

Der Mensch findet seine eigenen Räume, Grenzen und inneren Strukturen wieder. Fehlen sie, verliert der Mensch seine Orientierung; damit verliert auch die Stimme ihre Orientierung – der Kehlkopf muss kompensieren. Er verspannt und verkrampft.

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen trägt also dazu bei, die natürlichen Ausdrucksmöglichkeiten wiederzufinden, das psycho-physische Gleichgewicht, „die Harmonie“ wieder herzustellen.“

(Vgl. „Das Ausbildungsprofil der CJD Schule Schlaffhorst-Andersen“, zitiert in Lang & Saatweber, 2020, S.305)

Quelle:

Lang, A., & Saatweber, M. (Hrsg., 2020). Stimme und Atmung. Kernbegriffe und Methoden des Konzeptes Schlaffhorst-Andersen und ihre anatomisch-physiologische Erklärung (3., komplett überarbeitete, aktualisierte und ergänzte Auflage). Schulz-Kirchner.